Tag "freude"

Seltsame Gefühle

Eigentlich sollte ich ganz dringend andere Dinge erledigen.
Eigentlich.

Eigentlich sollte ich zum Beispiel absolut dringend die Küche machen, also zumindest den Rest noch, denn bis auf die Geschirrspülerei ist alles erledigt. Eigentlich hab ich auch noch zwei Waschmaschinen voller frischer Wäsche auf dem Bett liegen, die ich jetzt noch in die Schränke packen muss… das werde ich heute auf jeden Fall noch tun müssen, denn ich brauch das Bett heute noch für meinen Schlaf, aber jetzt gerade will ich es eigentlich nicht tun.
Und eigentlich sollte ich auch dringend Fotos bearbeiten, was aber nicht geht, denn ich bin mal wieder am ultimativen Ende meiner Kapazitäten angekommen und habe nun das schon lange verschobene Projekt des „Platz auf den Platten schaffen“ begonnen… und da hänge ich schon am Anfang fest.

Ich habe erstmal meine ganzen privaten Fotos sichern und vor versehentlicher Löschung bewahren wollen. Während die Dateien so über die USB3-Schnittstelle surften, habe ich einfach mal alle Bilder in meinem (viele Jahre umfassenden) privaten Verzeichnis anzeigen lassen und bin dabei so von oben nach unten durchzuscrollen….

…. und das mache ich jetzt schon zwei faszinierte Stunden lang.

Und es ist ein sehr seltsames Gefühl, das mich da so überkommt, wenn ich an diesem schon dunklen Abend allein vor dem PC sitze und mir die Bilder nicht nur vor Augen bringe, sondern mich auch in Gedanken in jene Zeit zurückversetze.

Manche Fotos „fühlen“ sich an, als wären sie erst vor wenigen Stunden aufgenommen, als wäre ich noch mittendrin dabei und die Erinnerung an viele kleine Dinge in diesem Moment ist noch so frisch, als wäre es eben erst passiert.

Andere Fotos sind mir so fremd, dass ich gar nicht nachvollziehen kann, wann und wo das gewesen sein soll und was ich dort wohl gemacht habe. Manchmal kenne ich auch die Menschen schlicht gar nicht, mit denen ich da teilweise im Arm liege und auch nicht die Gelegenheiten und Orte, wo das stattgefunden hat.

Insbesondere seltsam ist es, wenn ich mir Bilder meiner Familie anschauen auf denen ich mit meinen Eltern zu sehen bin und meine Eltern auf diesen Bildern viel jünger sind, als ich es heute bin. Oder wenn es Fotos aus meiner frühen Kindheit sind, an die ich mich noch extrem genau erinnere. Auf einem Bild spiel ich zum Beispiel „Indianer“ mit der Nachbarstochter in einem selbstgebauten Zelt, in dem wir im Sommer auch mal übernachteten… und ich erinnere mich noch an so viele Eindrücke aus diesen Tagen. Das fühlt sich komisch an.

Oder nehmen wir das Titelbild. Das ist vor ca. 26 Jahren entstanden. Ich weiß noch genau wie das Foto entstand und ich erinnere mich noch, wie sich der 7 Nadel-Drucker anhörte, wenn ich Nachts mit dem 1.200 Baud Modem in den damaligen Datennetzen unterwegs war (nein, damals gab es das WWW noch nicht) und aus Kostengründen alles nur schnell auf den Drucker jagte, um es dann später offline ohne tickenden Gebührenzähler zu lesen….. Die Jogginghose habe ich übrigens noch heute (und mindestens 4-5 ehemalige Partnerinnen würden jetzt leicht genervt die Augen nach oben rollen und sagen „Ja, stimmt und die wirft er auch nicht weg, egal wie die aussieht“). Gut, die Hose ist heute sehr oft geflickt und übernäht und wo sie nicht übernäht ist fällt sie schon auseinander, aber ich mag mich einfach nicht von meiner Lieblingsgammelhose trennen. 🙂

Und ich entdecke Fotos, die Menschen zeigen, die mir einmal so sehr am Herzen lagen und an die ich einfach Jahre schon nicht mehr gedacht habe, weil man sich auseinandergelebt hat, weil sich die Wege trennten oder der Kontakt aus tausend verschiedenen Gründen im Sande verlief.

Und ich sehe natürlich sehr viele Fotos aus früheren Partnerschaften, an die ich mich aber auch gerne erinnere, weil es glückliche Momente waren und ich bedauere es wirklich, wenn ich merke, dass ich teilweise die Erinnerung an diese Momente verliere. Und natürlich sind auch viele Fotos dabei, die andere (z.B. Partnerinnen) für mich gemacht haben und die ich heute noch besitze, wie zum Beispiel diverse Collagen mit den üblichen Sprüchen wie „Du & Ich für immer“ usw… auch das sind schöne Erinnerungen, die einfach zu meinem Leben gehören und die ich niemals löschen würde, nur weil die Beziehung nicht mehr existiert. Es ist und bleibt ein Stück meiner Vergangenheit.

Last but not least sind dann aber auch noch tausende Fotos, die mir mal von irgendwelchen Leuten in Chats und Messengern zugeschickt wurden. Bei diesen Fotos war ich also nicht einmal dabei oder auch nur in der Nähe, als sie entstanden sind. Das ist schon eine (aus heutiger Sicht) ganz besondere Kategorie, denn bei diesen Bildern hab ich nicht einmal einen Hauch von Ahnung, wer diese Menschen eigentlich sind. Sicher, an den Fotos lässt sich manchmal die Motivation des Abschickens erkennen (z.B. man wollte sich als besonders sexy oder besonders stylisch darstellen oder sein Hobby zeigen oder seine Lieblingssachen usw), aber ich hab eben keine Ahnung mehr was das überhaupt für Leute sind.
Man bedenke: die ältesten Fotos dieser Art auf meiner Platte stammen aus den 90ern… und mein Archiv inzwischen extrem umfangreich (knapp 160.000 Bilddateien, alles in allem gerechnet).

Aber was ist dieses Gefühl, das mich nun heute Abend beschlichen hat? Melancholie? Sehnsucht in frühere Zeiten oder in ein jüngeres Dasein? Ist es die Befürchtung, dass die Zukunft weniger gut wird als es die Vergangenheit war? Oder ist es einfach nur das Gefühl von Vergänglichkeit, wenn man merkt, wie schnell so ein Leben dahinfliegt ohne dass man es merkt oder aufhalten könnte?

Ich bin nicht traurig. Wehmütig vielleicht ein wenig… wehmütig, weil viele diese wunderbaren Momente eben „nur“ noch Erinnerung sind. Aber zu diesem Wehmut gesellt sich auch eine große Dankbarkeit. Ich bin dankbar dem Leben gegenüber, das durchaus seine wirklich dunklen Tiefen hatte, aber eben auch sehr viel sonnige Momente und ich bin dankbar, dass ich ehrlich sagen kann, dass bisher eigentlich viel mehr Gutes im Leben erleben durfte, als ich womöglich verdient habe.

Und ich bin dankbar gegenüber all diesen vielen Menschen, die dazu beigetragen haben, dass die guten Seiten meines Lebens so zahlreich waren (bzw. sind) und die (auch wenn ich sie heute nicht mehr alle erkenne) jeder sein kleines Stück in der Vergangenheit dazu beigetragen haben, dass ich heute sowas überhaupt anschauen kann.

Wer weiß, vielleicht liest ja der/die eine oder andere dies einmal.
Ich finde zumindest den Gedanken daran schön.

p.S: Jetzt muss ich aber nicht nur „eigentlich“, sondern „echt verdammt dringend“ mal nach meiner Waschmaschine schauen…

Der Nutella-Moment

Nein Freunde, dies ist kein bezahlter Blog-Eintrag oder einer der Einträge, die man lobenderweise macht um z.B. an einem Gewinnspiel teilzunehmen. Dies ist ein ganz und gar ehrlicher Eintrag und einem Thema gewidmet, das mich als quasi schon alter Kerl eigentlich begleitet solange ich nur zurückdenken kann.

Es geht um Nutella.

Wer kennt sie nicht? Ich weiß, nicht alle mögen sie, aber von den Nutella-Verweigerern kenne ich nicht besonders viele. Den meisten Lesern dürfte sie jedenfalls ein Begriff sein.

Was ich schon seit meiner Kindheit liebe ist es, so eine dicke Sandwich-Toast-Scheibe mit extra viel Nutella zu bestreichen (am besten in der Version einen drei-lagigen Brotes) und je frischer die Nutella, umso besser ist das natürlich.

Ganz wichtig dabei ist aber, wenn man die Nutella zum ersten Mal öffnet, der „Nutella Moment“. 🙂

Das ist der Moment, wenn man mit einem Messer oder dem Fingernagel die goldfarbene Versiegelung, die nach dem Abschrauben des Deckels zum Vorschein kommt, entfernt. Wirklich ganz unheimlich gewaltig wichtig ist dann, dass man darauf achtet, dass die Folie (die immer dummerweise den Hang entwickelt sich beim Öffnen nach innen zu biegen) auf gar keinen Fall die glatte und noch unberührte Oberfläche der Nutella im Glas berührt.

Der richtige Nutella-Moment

Der richtige Nutella-Moment

Ganz ehrlich, schaffe ich das mal nicht (obwohl ich mir immer richtig Mühe gebe), ist der Moment irgendwie verdorben und die erste Nutella-Portion schmeckt mir nur noch halb so gut…. aber wenn ich es schaffe, dann ist das ein richtiges „Feiertagsgefühl“.

Zwangshandlung? Nein! 🙂

Man(n) „zelebriert“ eben, was man gerne mag und weil die Nutella bei mir i.d.R. so lange hält (da ich meist große Gläser kaufe) ist die Gelegenheit, mein Messer in eine ganz frische und unberührte Nutella zu tauchen, entsprechend selten… und da muss dann eben schon alles richtig sein….

… und wenn das gelingt, dann ist auch ganz schnell mal eine halbe Packung Sandwich-Toast-Brot an einem Tag mit Nutella verschlungen.

Kennt ihr das auch mit der Nutella oder ist es euch schnuppe wenn das Papier die glatte Oberfläche verschandelt? 🙂

Es ist sooooo FLAUSCHIG!! ♥

Ich muss wirklich sagen dass der heutige Tag nicht sehr vielversprechend begann. Ich musste 1 Stunde eher aufstehen, ich war müde und es war dunkel draußen .__. Auf der Arbeit war nicht viel zu tun, es kam nicht mal ein Anruf. Dementsprechend träge und gelangweilt saß ich an meinem Schreibtisch und vergaß sogar um 12 Mittagspause zu machen.

Um 14 Uhr fiel mir dieser Umstand auf; was dazu führte dass ich die Pause schnell nachholte. 😉 Heute ist in der Stadt Kirmes gewesen, deshalb beschloss ich eine Runde dort zu laufen nachdem ich noch kurz in der Drogerie war. Überall schauten mich die typischen Stofftiere und Kissen an, aber da ich extreeeem schlecht in Sachen wie Dosenwerfen, Fäden ziehen, Pfeile werfen und so weiter bin schenkte ich den süßen Leckereien mehr Beachtung. 😉

Kennt ihr diese Greifarme? Die in den großen Boxen wo ganz viele coole Stofftiere drin liegen. Da wo dieser Greifarm immer alles wieder fallen lässt?

Ja sicher. Seit Kindertagen an frustrieren mich diese Dinger immer wieder weil ich nie etwas dort rausbekam. Mit diesem Gedanken ging ich dort vorbei und sah es: Das flauschige Einhorn aus „Ich einfach unverbesserlich“! (Ok, es gab auch eine sehr große Version, aber das können diese Greifer erst recht nicht halten). Das Einhorn hatte ich an keinem anderen Stand als Gewinn gesehen und auf einmal WOLLTE ich es! Für 2€ gab es 3 Spiele.

1. Versuch: Daneben.

2. Versuch: Gegriffen und gelockert, fallen gelassen.

In der Zwischenzeit standen schon zwei lachende Jungs neben mir, die über seltsame Affen mit Kappen sehr belustigt waren. Sie sahen das fokussierte Einhorn und grinsten mich an. Ich steuerte es wieder an, noch in der Bewegung sagte ich: „Da gewinnt man eh nichts, aber es ist lustig!“ Ich schaute zu dem Greifarm, der das Einhorn erneut griff. Und hochhob. Er ließ es nicht fallen. Es verharrte eine Weile oben, dann bewegte sich der Arm zu dem Loch an der Seite..das Einhorn fiel in den Schlitz und der Automat blinkte und spielte Musik.

3. Versuch: Gewonnen!! YAAY!

 

Nun ist das süße Einhorn bei mir eingezogen und es macht sich wirklich gut hier. 🙂

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Grinst es nicht süß in die Kamera? ♥

 

 

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Flauuuuschiig! *o*